Monatslosungen 2024

April

Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt. 1 Petr 3,15

Die Monatslosung aus dem ersten Petrusbrief, Kapitel 3, Vers 15, fordert Gläubige auf, stets bereit zu sein, Rede und Antwort zu stehen über die Hoffnung, die sie erfüllt. Diese Aufforderung kann als eine Einladung verstanden werden, den eigenen Glauben nicht nur privat zu halten, sondern ihn auch in der Öffentlichkeit zu verteidigen und zu erklären. Es geht darum, die Gründe für die eigene Hoffnung, die durch den Glauben genährt wird, darzulegen und somit ein Zeugnis des Glaubens abzulegen.

Die Bereitschaft, über die Hoffnung zu sprechen, die uns erfüllt, impliziert auch, dass unser Glaube lebendig und dynamisch ist, dass er uns im täglichen Leben antreibt und leitet. Es geht nicht nur darum, Fragen zu beantworten, sondern auch darum, durch unser Handeln zu zeigen, dass unser Glaube real und wirksam ist. Wenn wir beispielsweise durch Taten der Nächstenliebe und des Mitgefühls handeln, verkörpern wir die Hoffnung, die wir haben, und bezeugen sie auf praktische Weise.

Pfr. Richard Mauersberger

März

Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Mk 16,6

Die Botschaft des Engels an die Frauen am Grab, dass Jesus nicht hier ist, sondern auferstanden ist, verkündet die Überwindung des Todes und die Hoffnung auf ewiges Leben. Dieses Ereignis ist nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Aufruf, das Leben im Licht der Auferstehung zu betrachten und zu leben. Es ermutigt Gläubige, inmitten von Herausforderungen und Unsicherheiten nicht zu verzagen, sondern Hoffnung und Trost in der Botschaft der Auferstehung zu finden. Diese Passage lädt dazu ein, über die Bedeutung von Glaube, Hoffnung und Erneuerung nachzudenken. In diesem Sinne lasst uns das Osterfest feiern

Pfr. Richard Mauersberger

Februar

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. 2 Tim 3,16

Die Bibel, nicht nur ein Buch, ist eine Quelle der Weisheit und Orientierung. Sie ist ein historisches Dokument, eine lebendige Kraft, die unser Leben verändern kann. Die Bibel ist von Gott eingegeben, das heisst, sie ist von seinem Geist inspiriert und bezeugt. Sie ist nütze
zur Lehre, das heisst, sie zeigt uns, wer Gott ist und was er von uns will. Sie ist nütze zur Zurechtweisung, das heisst, sie korrigiert uns, wenn wir vom Weg abkommen oder falsche Vorstellungen haben. Sie ist nütze zur Besserung, das heisst, sie hilft uns, unsere Fehler zu erkennen und zu bereuen. Sie ist nütze zur Erziehung in der Gerechtigkeit, das heisst, sie lehrt uns, nach Gottes Willen zu leben und seine Gebote zu halten.
Die Bibel ist also ein Geschenk Gottes an uns, das wir mit Dankbarkeit und Ehrfurcht annehmen sollten. Sie ist auch eine Herausforderung für uns, die wir immer wieder neu lesen und verstehen müssen. Sie ist schliesslich eine Verheissung für uns, wie wir auf Gottes Treue und Liebe vertrauen können.
Pfr. Richard Mauersberger

Januar

«Junger Wein gehört in neue Schläuche» (Mk 2,22)

Zurzeit Jesu wurden die zusammengenähten Ziegenfelle, Schläuche genannt, und als Weingefässe gebraucht. Im Fall, wenn in einen alten,
ausgedehnten Schlauch neuer Wein gefüllt wurde, drohte ein solches Weingefäss zu platzen, weil der junge Wein noch weiter gärte und zusätzlichen Druck produzierte. Deswegen pflegte man im damaligen Israel den jungen Wein nicht in alte Schläuche zu füllen.
Dasselbe sagt Jesus in Mk 2,22, als er von den Pharisäern kritisiert wird, dass seine Schüler das jährliche Fasten nicht halten. Jesus geht es aber in seiner Antwort natürlich nicht um den Wein, sondern um die neue Wirklichkeit der Freude, welche er als König und Messias auf die Erde bringt. In diesem Zusammenhang rücken die alten Formen der Frömmigkeit, «der alte Wein» in den Hintergrund, weil nun das Neue beginnt und dieses Neue in seiner Kirche, d.h. in unseren Gemeinden, bis ins Heute hinein fortdauert. Jesus erneuert die jüdische Religion und versetzt ihren ethischen Schwerpunkt in das menschliche Herz, welches mit Liebe und Freude erfüllt wird. Jesus wird der neue Massstab und der Grund zur Freude der neuen Kirche, denn Jesus lebt in seiner Kirche auch heute noch. Er führt sie und sorgt für sie
mit seinem Geist, dass wir, als seine Gemeinde weiterbestehen bleiben und diese Freude nicht einbüssen.
Und das werden wir auch nicht, denn wir haben den Fürsprecher und Anwalt, welcher uns jeden Tag erneuert und uns beisteht, um alles, sogar den Tod, zu überwinden.
Pfr. Alex Kuzmitski