Jahreslosung 2026
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5
Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns, euch jeden Monat neue Gedanken und Inspirationen zur jeweiligen Monatslosung präsentieren zu dürfen. Lasst uns gemeinsam in die Tiefe der biblischen Weisheiten eintauchen und entdecken, wie sie unser tägliches Leben bereichern können.
Monatslosungen:
Mai
«Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele.»
Hebräer 6,19
Unter tiefgrauem Himmel peitscht eisiger Wind unablässig über die See, während sich gewaltige Wogen tosend überschlagen. Das
Schiff befindet sich zwar inmitten dieser hohen Wellen, doch sein Anker verleiht ihm einen sicheren und festen Halt. Dieses starke Bild
berührt mich zutiefst. Ungeachtet aller Umstände gibt es einen verlässlichen Ort des Schutzes und der Geborgenheit, der jeden
Sturm überdauert. Es gibt echte Hoffnung!
Im Kontext des Verses erfahren wir, wie Christus den Weg für uns ebnete, indem der trennende Vorhang im Tempel zerriss
(Hebr. 6,19). So dürfen wir bereits heute in einer lebendigen Beziehung mit Gott stehen und gewiss sein, dass er immer bei uns ist. Zudem
dürfen wir durch «Glauben und Geduld die Verheissung erben» (Hebr. 6,12). Diese Zusage umfasst all die Herrlichkeit, die Gott uns als
seinen Kindern über dieses irdische Leben hinaus schenken will. Dies ist weit mehr als nur ein vager Wunsch (Hebr. 11,1), es ist vielmehr
ein unerschütterlicher Anker, weil Gott treu zu seinem Wort steht (Hebr. 6,18)!
Ich möchte dieses vertrauensvolle Bild des Ankers in die kleinen und grossen Stürme meines Lebens integrieren und mich dabei
fest an Gott binden. Er ist gegenwärtig und schenkt mir ewige Hoffnung, die meiner Seele auch in stürmischen Zeiten eine tiefe Ruhe
schenkt.
Stefanie Reichenbach, Sozialdiakonie
April
Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du?
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh20,29 (Lutherbibel))
Nachdem der Apostel Thomas, der letzte der Zwölf, den Auferstandenen live gesehen und mit eigenen Händen berührt hatte, kam er zum Glauben, der in seinen Worten «Mein Herr und mein Gott» (Joh 20,28) zusammengefasst ist.
Es ist ein Glaube, der auf der unumstösslichen Tatsache der leiblichen Auferstehung Jesu beruht. Wenn jeder Mensch das Privileg hätte, an der Stelle von Thomas zu sein, gäbe es keine Ungläubigen auf der Welt, denn der einst Tote stand nun lebendig da und liess sich mit allen menschlichen Sinnen wahrnehmen.
Diesen Luxus haben wir heute nicht (oder nicht ganz), daher bereitet Jesus die Welt auf die Zeit des Glaubens aufgrund des Zeugnisses derer vor, die ihn leiblich erleben durften, und darum sind wir glücklich, die ihn nicht sahen und doch jetzt an ihn glauben.
Der moderne christliche Glaube stellt kein selbstgebasteltes, imaginäres Wunschkonzept dar, sondern beruht auf den konkreten Erfahrungen und Berichten real existierender Zeugen, die Jesus als wahrhaftig Auferstandenen erleben durften. Wer aber weiterhin der Versuchung erliegt, dieses Wunder in die mythologische Ecke zu drängen:
Sein Leib lässt sich doch noch heute berühren, indem man mit seiner Gemeinde in Berührung kommt, die den Leib Christi in dieser Welt verwirklicht und greifbar macht.
Pfr. Alex Kuzmitski
März
In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Johannes 16,33
Wer die aktuellen Geschehnisse in der Welt verfolgt, kennt vielleicht dieses Gefühl von Sorge und Angst.
Wieso geschieht das alles?
Wie konnte es so weit kommen?
Was wird noch geschehen?
All diese offenen, unbeantworteten Fragen. Das Mitgefühl mit Menschen in Not.
All das kann überfordern, sich schwer anfühlen. Wie sollen wir nur damit umgehen? Die Augen davor verschliessen, weil es uns vielleicht nicht direkt betrifft? Nein.
Die Welt darf chaotisch sein, das war sie schon immer. Aber sie muss nicht unser Inneres bestimmen. Die Welt darf laut sein, aber sie hat nicht das letzte Wort. Die Welt darf dunkel sein. Ohne Dunkelheit gäbe es kein Licht.
Jesus sagt nicht: «In der Welt ist alles gut.» Er sagt: «Ich habe die Welt überwunden.» Das ist die Zusage, an die wir uns festhalten dürfen.
In der Welt gibt es Angst, aber sie muss nicht unser Leben bestimmen. Hoffnung beginnt dort, wo wir dieser Zusage vertrauen. Nicht, weil die Welt heil ist, sondern weil Christus grösser ist als das, was uns Angst macht.
Wir sind nicht allein. Wir dürfen unsere Sorgen und Ängste liebevoll Gott übergeben.
Arianna Brullo, Sekretariat & Aktuariat
Februar
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.
Mose 26,11 (Einheitsübers. 2016)
Wir leben in einem Land mit hoher Sicherheit, top Arbeitsbedingungen und guter Altersvorsorge. So vergessen wir leicht, dass letztlich alles ein Geschenk von Gott ist. Oft realisieren wir dies erst in Zeiten von Verlust und Krise, dass vieles nicht selbstverständlich ist.
So ganz anders die Zeit unseres Verses: Das Volk Israel war in der Wüste Sinai unterwegs. Sie hatten eine lange Leidenszeit und wunderbare Befreiung hinter sich. Und waren noch nicht in der lang ersehnten neuen Heimat, in der «Milch und Honig» fliessen sollten, angekommen. Wir stellen uns vor, wie die Leute sagten: «Wenn wir nur erst im verheissenen Land sind, dann werden wir für immer voll Freude und Dankbarkeit sein!» Doch Mose spricht etwas an, dass wir nur zu gut kennen: Wir gewöhnen uns so schnell an das Geschenkte, dass es nur allzu schnell vergessen geht…
Doch glücklich macht uns nicht das, was wir haben, sondern das, wofür wir dankbar sind! Wie wäre es, liebe Leserin, lieber Leser, gleich jetzt drei Dinge aufzuschreiben, wofür Sie dankbar sind? Und dies zu einem täglichen Ritual zu machen?
Wir wünschen Ihnen von Herzen viele dankbare Momente, die Sie glücklich machen!
Beat und Stefanie Reichenbach, Sozialdiakonie
Januar
Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Deuteronomium 6,5
Dieses Wort aus dem fünften Buch Mose ist Teil des Shema Israel, des wichtigsten jüdischen Gebets. Mose richtete diese Worte an das Volk Israel kurz vor dem Einzug ins gelobte Land. Es ist eine Einladung zu einer umfassenden Beziehung mit Gott.
Mit ganzem Herzen: unsere Gefühle, unsere Zuneigung, das, was uns wirklich bewegt. Mit ganzer Seele: unser innerstes Wesen, wer wir im Kern sind. Mit ganzer Kraft: unsere Energie, unser Handeln, die Art, wie wir leben.
Dass uns dieses Wort am Anfang des neuen Jahres begegnet, ist kein Zufall. Während wir Pläne schmieden und Vorsätze fassen, setzt Gott eine andere Priorität: Es geht nicht zuerst darum, was wir alles schaffen wollen. Es geht darum, wohin unser Herz gehört.
Hier steht nicht „Du musst“, sondern „Du sollst“. Gottes Liebe lässt sich nicht erzwingen. Sie will wachsen, Raum bekommen, uns durchdringen.
Dieses alte Wort lädt uns zum Jahresbeginn ein: Ganz da sein. Nicht perfekt, aber echt. Wo können wir im neuen Jahr Gott mehr Raum geben?
Pfr. Richard Mauersberger